Zuchtbericht Panaqolus tankei L398

08.02.2019

Der Panaqolus tankei wurde nach dem Welsexperten Andreas Tanke benannt und zählt zu den sogenannten Tigerharnischwelsen. Sein Herkunftsland ist Brasilien und diese Art bewohnt den Rio Xingu in der Gegend um Altamira. Die brasilianische Naturschutzbehörde IBAMA hat diese wunderschöne Art bereits von der Positivliste entfernt, somit darf der Panaqolus tankei nicht mehr aus Brasilien exportiert werden und ist im Hobby daher nur noch als Nachzucht erhältlich. Umsomehr müssen wir den Fokus bezüglich Arterhaltung auf solche Arten im Hobby fokusieren.

Diese Art kann bereits in einem 100L Becken in einer kleinen Gruppe (bis zu 4 Tieren) problemlos gepflegt werden, da die Endgröße bei ca. 12cm liegt. Die Haltungsbedingungen sollten dem Herkunftsgewässer angepasst werden, wobei Leitungswasser mit mittlerer Härte (pH 6-7, GH 8-14, KH 6-10) für eine erfolgreiche Pflege bereits genügt. Desweiteren müssen Wurzeln im Aquarium vorhanden sein, besonders bewährt haben sich dabei weiche Hölzer wie z.B. Mangrove, aber auch Versteckmöglichkeiten und Tonhöhlen werden von dieser Art bevorzugt besiedelt. Eine weitere Besonderheit des Panaqolus tankei zeigt sich in seiner Robustheit gegenüber den Wasserparametern, vor allem eine hohe Wasserbelastung scheint den Tieren nichts anzuhaben, solange genügend Sauerstoff vorhanden ist. Auch seine sehr friedliche Lebensweise macht ihn zu einem geeigneten Wels für Gesellschaftsbecken. Temperatur sollte zwischen 26-30°C liegen.

Die Ernährung von P. tankei ist sehr abwechslungsreich, von frischem Gemüse (Zucchini, Paprika, Kartoffel, Gurke) über diverse Flockenfutter Sorten bis hin zu Frostfutter (schwarze Mückenlarven) wird alles Essbare angenommen. Auch Futterreste am Boden werden verwertet und ein besonderes Augenmerk kann man dabei auf die Genügsamkeit der Tiere richten, wenn Holz im Becken vorhanden ist, können adulte Exemplare problemlos 1-2 Wochen ohne Nahrung auskommen. Das Holz ist ein wichtiger Ballaststoff für die Verdauung der Tiere, daher ist es unerlässlich die ein oder andere Wurzel im Becken zu platzieren.

Die Unterscheidung der Geschlechter kann anhand der Körper- und Kopfform bzw dem Odontoden Bewuchs bestimmt werden. Weibchen haben eine fülligere Bauchpartie und der Kopf wirkt schmal und etwas spitzer als beim männlichen Geschlecht. Männchen hingegen bilden in der Laichphase die Odontoden (Hautzähnchen) am Schwanzstil und auf dem ersten Brustflossenstrahl stärker aus.

Die Zucht der Tiere ist nicht besonders schwer und erfordert auch keinen enormen Aufwand. Grundvoraussetzung dafür sind beide Geschlechter und Tonhöhlen im Aquarium, weiters kann man mit Osmosewasser GH und KH etwas senken, um noch "weicheres Wasser" (pH 6,8 GH 5-8, KH 3-6) zu erzeugen. Stimulationen sind nicht zwingend notwendig bei dieser Art, um Nachzuchten zu erhalten. Viel wichtiger ist Geduld und die Beobachtung der Tiere, nach meinen Erfahrungen laicht der Panaqolus tankei ganzjährig in bestimmten Intervallen mit 1-2 monatigen Pausen dazwischen. Sollte es einmal nicht mit der gewünschten Nachzucht klappen, kann man mit einfachen Tricks die Tiere dazu bewegen. Eine Möglichkeit wäre den pH-Wert zu senken pH 5-6 oder das Wasser im Aquarium für 1-2 Monate nicht wechseln, um die Leitfähigkeit des Aquariumwassers zu erhöhen (Vorsicht, Aquarium dabei ständig mit Luftpumpe/Kompressor belüften).

Die Erfahrung der Männchen mit der Brutpflege wird von Gelege zu Gelege immer besser und man kann die Larven beim Männchen lassen. Aufgefüttert werden die jungen Tiere mittels Flockenfutter (ich fütter Spirulina Algen und Tetra Flocken). Nach 6 Monaten erreichen die Tiere eine Größe von 3-4cm, dabei immer auf eine regelmäßige Fütterung achten.

Alles in Allem eine sehr einfach zu pflegende Art mit einer wunderschönen Musterung im Jugendalter.